Haben sie schon mal an Ihren Darm gedacht?

Leiden Sie vielleicht unter Übergewicht, Depressionen, wiederkehrenden Infekten, Konzentrationsmangel oder fühlen Sie sich einfach nicht mehr so fit wie früher?
Haben Sie dabei schon einmal an Ihren Darm gedacht? Nein? Dann sollten Sie bitte weiterlesen.


Ja Sie lesen richtig, denn bei vielen Erkrankungen kann eine Behandlung des Mirobioms, so wird unsere Darmflora genannt, eine Heilung oder zumindest eine Linderung verschaffen. Um dies zu verstehen möchte ich Ihnen zunächst ein paar wesentliche Fakten zum Thema Darm erzählen.
Dünndarm und Dickdarm sind zusammen ca. 6 Meter lang und haben mit all ihren Zotten und Ausstülpungen eine Gesamtfläche von 300 bis 500 qm.
Im Vergleich hat unsere Haut eine Fläche von 2 bis 3 qm.
Wenn man nun bedenkt, dass das meiste Geld nicht für die Darmpflege sondern nur für die Hautpflege ausgegeben wird, nur weil man die Haut sieht, ist das schon sehr erstaunlich.
Diese 300 bis 500qm des Darms fungieren sowohl als eine Fläche, die Nährstoffe aufnimmt und Flüssigkeiten resorbiert, als uns auch gleichzeitig vor dem Eindringen von Mikroorganismen und Schadstoffen schützt. Diese Funktion kann aber nur über eine intakte Darmschleimhaut gewährleistet werden. Ist dies nicht der Fall, können Stoffe in unseren Körper gelangen, die uns gar nicht gut tun bzw. entzündliche Reaktionen auslösen können.
Würden diese Entzündungen auf unserer Haut geschehen, würden wir sie sofort sehen und ganz selbstverständlich behandeln. Außerdem gehört es zu unserem täglichen Ritual unsere Haut zu reinigen und zu pflegen. Aber unsere Darmschleimhaut sehen wir nicht, hören wir nicht und Schmerzen spüren wir erst, wenn die krankhaften Prozesse schon deutlich fortgeschritten sind.
Der griechische Arzt Hippokrates hat bereits 300 Jahre v.Chr. gesagt „ Der Tod sitzt im Darm“. Der Gedanke, sich um seinen Darm zu kümmern, ist also schon lange bekannt, aber in der heutigen Zeit oft zu sehr in Vergessenheit geraten. Dabei ist dieser Aspekt gerade heute, bei der Menge an Fastfood, an Antibiotikabehandlungen, welche ein regelrechter Schock für unser Mikrobiom sind und dem Dauerstress, dem wir ausgeliefert sind, welcher ebenfalls einen negativen Einfluss hat, besonders wichtig.
Lassen Sie mich eine schlechte Darmflora am Beispiel eines Rasens veranschaulichen.
Stellen wir uns einen optimalen Rasen vor. Er hat kein Unkraut, eine optimale Widerstandskraft und lässt sich auch nicht so leicht zerstören, so wie er gerne als Fußballfeld genutzt wird. Oder wir schauen uns einen Rasen an, der auf den ersten Blick nach einem aussieht, aber bei näherer Betrachtung mit Klee, Moos und allerlei Unkräutern durchzogen ist. Nun verteilen wir auf diesem durchschnittlichen Rasen noch Reste von Fastfood, Zucker und anderen energielosen Stoffen und lassen diese auf ihn einwirken. Kein guter Fußballspieler würde sich freiwillig auf solch ein Feld begeben.
Nein Sie würden ausrutschen, schlecht spielen und die Folgen wären bis in die Führungsetagen bemerkbar und im Laufe der Zeit wären diese Spieler schlecht gelaunt, motivationslos, denn das Spielen auf diesem schlechten Rasen, würde sie eh nicht gewinnen lassen.
Ja und unser Darm, wenn er nicht gepflegt wird, ähnelt genau diesem Rasen. Er ist sogar mit unserer Führungsetage verbunden, nämlich über den Vagusnerv direkt mit unseren Gehirnzentren, welche z.B. für unsere Selbstfindung und unser Selbstbewusstsein zuständig sind.
Das bedeutet, dass unsere Darmgesundheit einen direkten Einfluss auf unsere Konzentration, unsere Leistungsfähigkeit und unsere Psyche hat.
Aber auch unser Gewicht kann in vielen Fällen mit dem Darm zusammenhängen. Dies gilt besonders für Menschen, die nachweislich nicht zu viel essen und trotzdem mit dem Gewicht Probleme haben.
Man kennt ungefähr 1000 verschiedene Bakterienarten, wobei kein Mensch alle Arten besitzt und auch nicht alle von gleicher Bedeutung sind. Aber ob Sie es nun glauben oder nicht, dieses Bakteriengemisch kann auch einen Einfluss auf unser Gewicht haben.
Nun es geht in diesem Zusammenleben der verschiedenen Darmbakterien nicht immer sehr harmonisch zu, denn alle Bakterien wollen gefüttert werden, um zu überleben, denn wer stirbt schon gerne. Aber sie kämpfen nicht nur um ihr Überleben, sondern sie kommunizieren auch miteinander. Das bedeutet, dass wir zum einen über unsere Ernährung und unser Verhalten einen direkten Einfluss auf unser Mikrobiom haben, aber dieses uns ebenfalls viel schneller steuern kann, als uns lieb ist. Die meisten Menschen kennen den Moment, in dem sie das Stück Sahnetorte schneller in der Hand hatten, als das Gehirn die bewusste Entscheidung treffen konnte. Denn genau um zu überleben beeinflussen die Bakterien unseren Appetit und unsere Ernährungsgewohnheiten.
Es gibt auch Bakterien, die uns eher schlank bleiben lassen, die unser Immunsystem fit halten, an der Produktion von Vitaminen beteiligt sind und somit unsere körperlichen und geistigen Höchstleistungen unterstützen können.
Aber es gibt auch Bakterien z.B. die sogenannten Firmicutes, welche man als Abfallverwerter bezeichnen könnte und die auch noch aus Resten durch Spaltung eine enorme Energie gewinnen, die wir später an den Rundungen unserer Hüften wiederfinden.
Nun lehnen Sie sich aber bitte nicht zurück, lächeln und meinen „ Hab ich´s doch gewusst, ich kann ja gar nichts dafür. „ Nein das ist nicht mein Anliegen, denn ich möchte Sie wachrütteln. Beschäftigen Sie sich mal mit dem Bereich, der außer bei der morgendlichen Toilette von den meisten Menschen völlig vernachlässigt wird, Ihrem Darm.
Ein paar Bakterien werden meckern, versuche sie zu veranlassen, dieses Vorhaben nach ein paar Tagen aufzugeben oder es gar nicht erst anzufangen.
Aber wenn Sie die Überhand gewinnen, das Zepter wieder in die Hand nehmen, dann werden Ihre Darmgesundheit, ihre körperliche und geistige Fitness und ihre gute Laune, es ihnen danken.
Ist es nicht ein schönes Gefühl, morgens gut gelaunt mit der bestmöglichen Gesundheit aufzustehen und voller Tatendrang das gesunde, für eine Darmflora optimale, Essen zu sich zu nehmen und voller Energie in den Tag zu starten? Und dann, ja dann schauen Sie sich mal die anderen Gesichter an, Sie werden glauben, den schlechten Darm schon im Gesicht erkennen zu können.
So was mache ich nun, werden Sie vielleicht denken. Meine Aufgabe ist von der Länge her nun beendet. Ich wollte Sie wach rütteln, sich mit dem Thema Darm zu beschäftigen. Gehen Sie zum Heilpraktiker, lesen Bücher zu diesem Thema, oder fragen Ihren Arzt ob er sich schon damit beschäftigt hat. Bleiben Sie hartnäckig. Es geht um Ihre Gesundheit und Zufriedenheit.
Ich für meinen Teil, wünsche Ihnen einen gesunden Darm.